RATGEBER

Hauttyp und Wellenlänge: die Zuordnung, die über das Ergebnis entscheidet

Die häufigste Ursache für schwache Ergebnisse oder unnötige Hautreaktionen ist nicht das Gerät, sondern eine zu grobe Einschätzung von Haut- und Haartyp. Diese Seite ordnet die Zusammenhänge sachlich ein.

01 — Ratgeber

Warum der Kontrast zählt, nicht die Leistung

Die Wirkung beruht darauf, dass das Haar deutlich mehr Lichtenergie aufnimmt als die umgebende Haut. Je heller die Haut und je dunkler das Haar, desto größer ist dieser Kontrast und desto einfacher lässt sich die Behandlung planen.

Verringert sich der Kontrast – etwa bei dunklerer Haut oder sehr hellem Haar – hilft keine höhere Energiedichte weiter. Stattdessen verschiebt sich die Auswahl hin zu längeren Wellenlängen, längeren Pulsdauern und konsequenter Kühlung.

02 — Ratgeber

Die Fitzpatrick-Skala als Arbeitsgrundlage

Die Fitzpatrick-Skala beschreibt in sechs Stufen, wie Haut auf UV-Belastung reagiert – von sehr hell und schnell sonnenbrandempfindlich bis tief pigmentiert. Sie ist keine Messgröße, sondern eine Einschätzung aus Anamnese und Betrachtung.

Im Studioalltag hat sich bewährt, die Einschätzung schriftlich festzuhalten und bei jeder Folgesitzung erneut zu prüfen. Bräunung durch Sonne oder Selbstbräuner verändert die Ausgangslage, auch wenn der genetische Hauttyp gleich bleibt.

03 — Ratgeber

Zuordnung der Wellenlängen

755 nm wird besonders stark von Melanin absorbiert und eignet sich damit gut für feines bis mittleres, dunkles Haar auf hellerer Haut. 808 nm gilt als breit einsetzbarer Standard, weil Absorption und Eindringtiefe ausgewogen sind.

940 nm adressiert stärker die Gefäßversorgung im Umfeld des Follikels, 1064 nm dringt am tiefsten ein und wird von der Epidermis am wenigsten absorbiert – deshalb ist diese Wellenlänge bei dunkleren Hauttypen die gebräuchliche Wahl. Systeme mit mehreren Wellenlängen erlauben es, die Zuordnung pro Person statt pro Gerät zu treffen.

04 — Ratgeber

Testareal, Kühlung, Dokumentation

Vor der ersten vollflächigen Behandlung ist ein Testareal an unauffälliger Stelle üblich, um die Hautreaktion mit den geplanten Parametern zu beobachten. Die Wartezeit bis zur Beurteilung legt die geschulte Fachkraft fest.

Die eingesetzten Parameter, die Hauttypeinschätzung und die beobachtete Reaktion gehören in die Behandlungsdokumentation. Nur so lässt sich in Folgesitzungen nachvollziehbar steigern statt zu raten.

06 — FAQ

Häufige Fragen

Kann jeder Hauttyp behandelt werden?

Die Eignung entscheidet die geschulte Fachkraft im Einzelfall nach Anamnese, Hauttypeinschätzung und Testareal. Bei dunkleren Hauttypen werden üblicherweise längere Wellenlängen und angepasste Parameter gewählt.

Warum ist gebräunte Haut ein Thema?

Bräunung erhöht den Melaningehalt der Epidermis. Dadurch nimmt die Haut mehr Energie auf und der Kontrast zum Haar sinkt – die Parameter müssen entsprechend angepasst werden.

Hilft eine höhere Energiedichte bei hellem Haar?

Nein. Fehlt das Melanin im Haar, fehlt der Absorber. Mehr Energie belastet dann vor allem die Haut, ohne im Zielgewebe mehr zu bewirken.